Brauche ich einen Newsletter?

Seit Jahren versuchen viele Unternehmen (vor allem Shopbetreiber) über E-Mailadressen bzw. „Newletter“ neue Kunden zu werben oder bestehende Kunden zu binden. Es geht hierbei also um die Generierung von Umsätzen über den Newsletterkanal. Leider wurde der Newsletter von vielen Unternehmen in seiner Funktion missbraucht und trägt nun das Image als „Nervensäge im E-Mail-Postfach“. Dieser Nervensäge begegnet man direkt mit dem „Löschen“-Button oder sucht verzweifelt die Option „aus Newsletter austragen“. Auf Grund dieser Vorbelastung haben es nun auch alle anderen Unternehmen schwer neue Newsletter-Kunden zu gewinnen. Überhaupt Newsletter-Maßnahmen zu ergreifen, weil die Anmeldequoten gesunken sind. Viele entscheiden sich deshalb, dass der Newsletter direkt aus dem Kanal-Management des Online Marketing verbannt wird.

Gehen wir einen Schritt zurück – von der Newsletteranmeldung auf der Webseite bis hin zur Newsletterabmeldung in der E-Mail.
Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass Sie einerseits den „Prozess“ von der Anmeldung bis hin zur erfolgreichen Umsetzung und andererseits den Sinn sowie Zweck eines Newsletters verstehen. Vielleicht verwenden wir anstatt des Wortes „Newsletter“ besser das Wort „Brief an den Kunden – Kundenbrief“.
Der Newsletter soll Ihnen helfen, dass Sie Kunden persönlich und individuell (über die E-Mailadresse) ansprechen können. Sie können ihn mit Namen, Merkmalen und Eigenschaften gezielt erreichen. Vergleichen Sie den Newsletter ein bisschen wie mit einem Brief an ihren besten Freund oder ihre beste Freundin. Persönlich, vertraut und freundlich. Das sind die wesentlichen Eigenschaften wie ich finde. Andere Assoziationen könnten sein: Zuvorkommend, einladend, stilvoll, elegant, mühevoll, liebevoll oder herzlich. Sie verstehen worauf ich hinaus möchte. Nehmen Sie die Sichtweise des Kunden (als ihren besten Freund oder ihrer besten Freundin) ein. Auch hier heißt das Stichwort wieder: Kundenorientierung. Nicht Sie und Ihre Produkte stehen im Rampenlicht des Briefes/Newsletters, sondern Ihr Kunde. Es soll um die Bedürfnisse, Vorlieben und Verhaltensweisen Ihres Kunden gehen. Ich würde sogar so weit gehen, dass ein Newsletter so wenig wie möglich Verkaufstaktik suggerieren sollte. Ein Kunde durchschaut schlechte Verkaufsmaschen und ist von Preisen in der Betreffzeile eher abgeschreckt. Das haben wir leider der Reizüberflutung und geprägten Newslettervergangenheit zu verdanken.
Was ist also das Ziel und wie können Sie ihre Newsletter gestalten?
Versuchen Sie nicht zuerst über die Vermarktung von Produkten oder Dienstleistungen zu sprechen. Setzen Sie zuerst den Kunden in den Mittelpunkt. Auch hier ist der Slogan „Content is king“ treffend. Was ist der tiefere Sinn Ihres Briefes? Was möchten Sie dem Kunden GEBEN (und nicht NEHMEN)? Wie können Sie dem Kunden (ohne Verkäufe) bereits etwas geben? Gestalten Sie Ihren Newsletter nach den oben aufgeführten Werten: Einladend, freundlich, vertraut und persönlich. Der Inhalt (Content) ist entscheidend. So gibt es in der Tat noch viele Newsletter-Kunden und Leser, die durchaus bereit für gute Inhalte in E-Mails sind. Ich bin dagegen zu behaupten, dass der Newsletter ausgestorben ist. Fragen Sie sich selber: Nutzen Sie Newsletter? Lesen Sie selber Newsletter-E-Mails? Wenn ja, versuchen Sie sich selbst zu reflektieren. Was spricht Sie an und warum? Wenn nein, lassen Sie es besser sein. Wenn Sie selber keine Newsletter nutzen, dann sollten Sie diese nicht Ihren Kunden aufdrücken. Ich selber habe einige Newsletter zur Weiterbildung und für regelmäßige Updates abonniert.
Interessant sind auch sogenannte listenbasierte Newslettersysteme, sodass Sie Kunden nach Kundengruppe, Kaufeigenschaften, und Merkmalen gezielt ansprechen können. So können Sie z.B. Angebote an Frauen verschicken und nicht an Männer oder Sie verschicken nur E-Mails an Kunden, die bereits gekauft haben. Die Möglichkeiten sind hier nahezu grenzenlos.
Einige Tipps für Ihren Newsletter und Systeme habe ich Ihnen hier aufgeführt:
• MailChimp
• KlickTipp
• Newsletter2go

Ebenfalls ist der Prozess bei der Anmeldung wichtig: Was ist der Anreiz, dass der Kunde sich Ihren Newsletter einträgt? Was erhält er nach der Newsletteranmeldung? 10 E-Mails voll von Produkt- und Sonderangeboten? Wie gehen Sie langfristig mit Ihrem Kunden um? Wie gestalten Sie Inhalte, Design und die Vermarktung in den E-Mails?

 

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